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Therapiehund

Hunde zählen zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland und gelten nicht umsonst als „beste Freunde des Menschen“. Ein einfühlsamer Hund merkt schnell, wie es Herrchen oder Frauchen geht und reagiert dementsprechend. Mittlerweile sind die Trost und Freude spendenden Eigenschaften von Hunden wissenschaftlich belegt und die Tiere werden zur Therapie bei verschiedenen Krankheiten eingesetzt. Generell spielt nicht die Rasse / Größe des Hundes eine Rolle für die Ausbildung sondern das spätere Einsatzgebiet.

Als Therapiehunde eignen sich Hunde mit folgenden Eigenschaften:

  • Menschenbezogene, freundliche Hunde
  • Hunde, die ihre Rangordnung im Menschenrudel akzeptieren und sich am Hundeführer orientieren
  • Nervenstarke Hunde, die bei tiergerechter Führung belastbar sind
  • Hunde, welche sich mit ihresgleichen vertragen und deren Jagdinstinkt kontrollierbar ist
  • Hunde, die einfühlsam und konsequent erzogen wurden
  • Körperlich gesunde Hunde

Doch nicht nur auf die Eigenschaften des Hundes kommt es an sondern auch auf den Hundeführer. Als Begleiter eines Therapiehundes braucht es mitfühlende, warmherzige Menschen, welche benachteiligten, kranken oder einsamen Menschen Freude bereiten wollen.

Bei der Ausbildung der Therapiehunde unterscheidet man:

  • Begleithunde => die z.B. seh- oder gehbehinderte Menschen im Alltag führen oder unterstützen
  • Assistenzhunde => die in der häuslichen Umgebung mit dem Patienten leben, ihn rund um die Uhr begleiten und betreuen

  • Besuchshunde => die in Einrichtungen wie z.B. Alters- oder Kinderheimen, Kindergärten und Schulen eingesetzt werden und dort unter der Aufsicht von Begleitpersonen Senioren, Behinderte oder Kinder besuchen und mit ihnen spielen oder kuscheln.
  • Therapiehunde  => die gezielt in unterschiedlichen Therapien eingesetzt werden. In der Psychotherapie um zu helfen, dem Patienten die Angst zu nehmen, Anspannungen zu lösen und durch ihr einfühlsames Verhalten in schwierigen Momenten Trost und Nähe zu spenden. Aber auch bei körperlichen Beschwerden oder Behinderungen kann ein Hund helfen. Die Therapiehunde fordern den Patienten zum Spielen auf und können so die körperliche Leistungsfähigkeit steigern und neue Freude an Bewegung vermitteln.

 

Holly Bild zu Bericht Therapiehund

 

Hallo, mein Name ist Gee Holly Gales von Berwangen, kurz auch "Holly" genannt.

Im Jahr 2010 haben mein Frauchen und ich ein neues Abenteuer begonnen. Wir wollten ein Therapiebegleithund-Team werden und wurden zu einem Eignungstest eingeladen. Mit 10 anderen Mensch-Hunde-Teams wurden viele verschiedene Übungen von uns erwartet, z.B. Kontakt zu Rollstuhlfahrern, Rollatoren, Menschen mit Unterarmstützen, Hundebegegnungen, Grundgehorsam, alleine mit Fremden bleiben usw. Es war sehr spannend und kurzweilig und ich hatte viel Spaß. Am Ende wurden wir mit einer Urkunde über das Bestehen gelobt.

Dann begann die Ausbildung. 4 Theorieabende über Hundeverhalten, Beobachtungen, Umgang mit kranken Menschen, Krankheitsbilder, Kinderübungen, viele Ideen für die Einsätze. Es folgten 4 Wochenenden mit praktischen Übungen und auch kleine Einsätze im Seniorenbereich, bei Körperbehinderten Menschen und mit Kindern.

Die Tage waren schon sehr anstrengend und sehr ereignisreich, aber trotzdem mit viel Spaß und Herausforderung. Wir haben tolle andere Teams kennengelernt und viele Freundschaften geschlossen.

Ich fand den ersten Einsatz im Seniorenheim super, da habe ich ganz viele Leckerli bekommen und wurde gestreichelt und durfte viele Kunststücke und Tricks zeigen. Beim Besuch des Wohnheimes für Behinderte bei den schwerst körper- und geistigbehinderten Menschen hatte ich Angst, die haben manchmal komische Bewegungen und Geräusche gemacht, das fand ich nicht gut.

Bei den Kindern bin ich noch heute in meinem Element. Mit denen kann man rennen und springen und Blödsinn machen.

Dann gab es eine schriftliche Prüfung, die musste mein Frauchen machen und hat sie auch bestanden. Am Ende gab es eine praktische Prüfung, ähnlich dem Eignungstest. Es wurde geschaut, ob wir die Rollstuhletikette beherrschen, ob wir Nervenstärke besitzen und auch ob wir gut im Mensch-Hund-Team zusammenarbeiten. Auch diesen haben wir bestanden und durften uns ab sofort "Therapiebegleithund-Team" nennen.

Unser erster Einsatzort war eine Gerontopsychiatrische Abteilung und die Menschen dort haben sich immer sehr auf unseren ehrenamtlichen Besuch gefreut. Später bin ich dann mit meinem Frauchen auch auf eine Station mit überwiegend depressiven Patienten gegangen, da arbeitet mein Frauchen.

Mein Frauchen geht regelmäßig mit mir zum Tierarzt - ich muss ja gesund sein; da gehören regelmäßige körperliche Kontrollen genauso dazu wie 4 mal im Jahr zu Entwurmen bzw. Kotproben untersuchen zu lassen.

In den Jahren 2013 und 2014 haben auch "Neela" und "Liam" die Ausbildung absolviert. Seit April 2018 ist nun auch "Hope" in die Ausbildung gestartet. Wir haben alle viel Spaß bei der Therapiehundearbeit und genießen den Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen.

Auf Messen präsentieren wir natürlich auch unseren kleinen Verein Interessengemeinschaft Therapiehunde Böblingen e.V. Schaut doch mal auf unserer Homepage. Dort findet Ihr viele weitere Informationen über Therapiehunde und ihre Ausbildung.


Eure "Holly"